Herren I

Regionalliga Südwest

Speyer. Die Spielgemeinschaft TSV Speyer/VBC Haßloch/TuS Heiligenstein ist seit Montagabend Geschichte.Darüber informierte Speyers Abteilungsleiter Heinz Fischer nach einem einvernehmlichen Gespräch mit VBC-Vorsitzendem Stefan Kos auch den Heiligensteiner Abteilungsleiter Eric Palenczat. „Wir haben uns entschlossen, es zu beenden, um wieder Ruhe in die Vereine zu bringen“, sagte Fischer.

Zuletzt drangen Gerüchte an die Öffentlichkeit, dass die Haßlocher aus der Gemeinschaft austreten wollten. Laut Fischer sei es unter anderem um die Namensgebung gegangen. Im VBC-Vorstand habe es wohl keine Mehrheit mehr pro SG gegeben. Einige sähen wohl nicht die Vorteile, verfolgten Eigeninteressen.

Zehn Jahre gehaltenDas Vertrauen auf eine Zukunft ging bei ihm verloren. Er wolle aber keine Schuldzuweisungen äußern: „Das wäre schade. Wir gehen im Guten auseinander.“

Die SG sei vor einem Jahrzehnt ins Leben gerufen worden, um den Sport in der Region im männlichen Bereich zu stärken. Fischer, einer der Motoren: „Der VBC hatte eine starke Jugend.“ Einige Spieler für die erste TSV-Mannschaft seien daraus hervorgegangen, nicht zuletzt der heutige Profi Felix Isaak, den es über Bundesligist TV Rottenburg nach Frankreich zog. Später stieß der TuS dazu. Der TSV-Chef: „Es war eine schöne Zeit. Aber sie ist vorbei. Wir haben uns gegenseitig geholfen, Jugendliche weiterentwickelt.“

Jann für ScherbarthUnabhängig von der SG spielte die erste Speyerer Mannschaft bislang in der Regionalliga und tut dies auch weiterhin. Für den aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehenden Trainer Hans Scherbarth springt Gerrit Jann ein.

Wie Fischer mitteilte, trete die bisherige SG I nun als TSV II weiter in der Landesliga an, betreut von Uli Fischer, die SG II als Haßloch I zwei Klassen darunter in der Pfalzliga.
Team IV und V seien zunächst aufgelöst. Fischer geht aber davon aus, dass eine Mannschaft mit Schwerpunkt Heiligenstein in der untersten Klasse aufläuft. Meldeschluss sei Mittwoch, 31. Juli.

Jugendfrage offenFür den erfolgreichen Jugendbereich bot Fischer weiter gemeinsame Sache an, aber nur unter TSV-Mitgliedschaft und diesem Namen.

Im Damenbereich machten die drei Klubs ihre eigene Sache. Speyer spielt nach dem Aufstieg in der Oberliga, die Römerbergerinnen zwei drunter in der Verbandsliga, sind aber im Nachwuchs über die Grenzen der Region hinweg führend.

Gute FreundeStefan Kos, seit über einem Jahrzehnt Haßlocher Präsident, bestätigte Fischers Aussagen: „Wir kriegen deswegen keinen Krach. Unser Verhältnis ist hervorragend. Wir sind befreundet.“ Im VBC seien zuletzt Stimmen laut geworden, es doch wieder alleine zu versuchen.

Kos: „Das hat mich in den vergangenen Wochen stark belastet. Der Druck ist sehr groß geworden. Es ist mit nicht leichtgefallen.“ Er stehe aber nicht allein für den Verein. Es sei geplant, eine zweite VBC-Mannschaft zu melden. Die Damen I schlagen in der Pfalzliga auf.

Heiligenstein überraschtDer TuS Heiligenstein teilte über Abteilungsleiter Eric Palenczat seine Sicht der Dinge mit. Die SG sei von Speyer und Haßloch ohne Angabe von Gründen nach einem Jahr aufgegeben worden: „Für den TuS Heiligenstein kam die Kündigung sehr überraschend, und die Motive liegen vollkommen im Unklaren.“

Der TuS sei schon vor einger Zeit mündlich informiert worden, dass Haßloch nicht mehr mit Heiligenstein zusammenarbeiten wolle: „Wenn wir aber bei den verantwortlichen Personen des VBC Haßloch nach konkreten Gründen fragen, kann uns niemand mehr beantworten, worin das Problem genau besteht. Der TSV Speyer scheint sich aus Solidarität aufgrund langjähriger Zusammenarbeit mit dem VBC Haßloch ebenfalls für die Kündigung entschieden zu haben.“

Im Stich gelassenVor dem Hintergrund der erfolgreichen Zusammenarbeit im vergangenen Jahr kann Palenczat diesen Schritt nicht nachvollziehen. Die Südwestmeisterschaft der Unter-13-Jährigen in der Rhein-Pfalz-Halle hätten alle drei noch erfolgreich bewältigt.

Palenczat: „Der TuS Heiligenstein befürwortet weiterhin das Fortbestehen der SG, auch wenn wir uns von beiden Vereinen im Stich gelassen fühlen.“

Eigener WegPlan B steht: Der TuS würde bei Herren und männlicher Jugend ab der kommenden Saison wieder seine eigenen Wege gehen.

Palenczat: „Das würde zwar die Probleme der Hallenbelegung in Römerberg weiter verschärfen, unsere Jungs jedoch können wir nicht im Regen stehen lassen.“

Quelle: Rheinpfalz Speyer (03.07.2019)