Trio des TSV Speyer startet für TGM-Gonsenheim bei Titelkämpfen 

Wir sind Zukunft: Volleyball-Trio des TSV Speyer startet für TGM-Gonsenheim bei den Titelkämpfen der Unter-20-Jährigen in Schwerin 

Von Martin Erbacher 

Speyer. Leicht haben sie sich die Entscheidung nicht gemacht, die 18-jährigen Talente Joshua Grimm, Tobias Kray (beide Speyer) und Max Spengler aus Otterstadt. Beim hiesigen TSV Speyer bleiben oder doch einmal die Endrunde einer deutschen Meisterschaft erreichen? Der sportliche Erfolg hat ihnen mit Platz drei längst recht gegeben. 

„Wir haben nicht sofort Ja gesagt“, berichtete Joshua Grimm im Gespräch mit der RHEINPFALZ über die Anfrage von Michael Hefter, Trainer der Unter-20-Jährigen der Turngemeinde Mainz-Gonsenheim, der noch Volleyballer für seinen Kader suchte – jener Hefter übrigens, der einst mit den Damen der Speyerer heftig an die Tür zur Zweiten Bundesliga pochte.„Es galt, die Chancen auszuloten“, erklärte der Zwölftklässler aus dem Speyerer Hans-Purrmann-Gymnasium: „Mit Speyer sind wir immer maximal zu den südwestdeutschen Meisterschaften gekommen, ohne Chance, die DM zu erreichen.“ TuS Kriftel und eben Gonsenheim lauteten da die Endstationen. 

Vor allem auf Mitte-Mann und Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiast Spengler – immerhin 1,93 Meter lang – warf Coach Hefter ein Auge. Doch auch Libero Grimm und Zuspieler Kray schafften den Sprung in das 14 Nachwuchshoffnungen zählende Aufgebot. Dieses entsprach für die nationalen Titelkämpfe in Schwerin praktisch der Landesauwahl mit den besten Akteuren aus Bad Kreuznach, Guldental, Nieder-Olm sowie Gensingen. Die Jungs kannten sich. 

„Unsere Speyerer Mitspieler haben unsere Entscheidung größtenteils akzeptiert“, fügte Kray hinzu. „Für eine so junge Truppe mit Spielern des jüngeren Jahrgangs haben sie sich bei der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft sehr gut geschlagen“, erzählte Spengler über die TSV-ler, die in Spielgemeinschaft mit VBC Haßloch gemeinsame Sache machen. 

Und auch, wenn das Trio nicht jede Partie von Beginn an bestritt, zeigte es sich persönlich und mit dem Teamerfolg in Mecklenburg-Vorpommern zufrieden. Spengler: „Platz drei war nicht unbedingt so zu erwarten, zumal wir in der zweitstärksten Vorrundengruppe gespielt haben. Wir wollten einfach schauen, wie’s kommt, und sind dann glücklicherweise Erster geworden.“ 

„Berlin war eigentlich stärkster Gegner“, meinte Kray, ein weiterer Purrmann-Zwölftklässler: „Doch die wurden Letzter. Unsere Gruppe war gut, und im Viertelfinale hatten wir dann etwas Glück.“ Denn Mainz kam als ursprünglich Zweiter der Südwestebene weiter, während Champion Kriftel an Mühldorf scheiterte. 

Die Bayern bescherten schließlich auch Gonsenheim das Aus. „In der Vorrunde waren wir stabil und haben durchgehend gute Leistungen gezeigt“, teilte Grimm mit: „Nur gegen Dresden haben wir einen Satz verloren, und da standen wir schon als Gruppensieger fest.“ 

Doch die Landeshauptstädter seien körperlich nicht die größte Mannschaft: „Mühldorf hat brutal aufgeschlagen. Für uns drei war es aber etwas Großes, so weit zu kommen.“ Kray erläutert: „Unsere Annahme war dann nicht mehr so stabil.“ Im Aufbau fehlte in der Folge das Überraschungsmoment. 

Ein Match um Rang drei ist auf dieser Ebene nicht mehr üblich, weil bei den Halbfinal-Verlierern die Luft raus ist. „Das wäre auch nicht schön für die Zuschauer gewesen“, informierte Kray. 

Zum Spaß spielt das Trio nun Beachvolleyball, aber keine Turniere und Meisterschaften. Kray wagte bei unter 20 Grad als Erster den Gang in den Sand. Im Hochsommer beginnt schon die Vorbereitung auf die Halle. Spengler und Kray wollen weitere Erfahrungen in der Regionalliga sammeln. Grimm entschied sich aufgrund höherer Einsatzzeiten für Speyer/Haßloch in der Landesliga, aber immer mit Blick nach oben und in ferner Zukunft vielleicht einmal in die Dritte Liga. 

Nach dem Abitur im kommenden Jahr bleibt die Zukunft noch offen. Kray liebäugelt weiter mit einem Volleyball-Stipendium in den USA. Grimm ist beruflich völlig unentschlossen, greift nach jeder Informations-Broschüre, die er kriegen kann. Die Jugend-Zeit in Mainz gehört derweil aus Altersgründen der Vergangenheit an.

Quelle: Rheinpfalz vom 21.05.2016